Gesetzliche Haftpflichtversicherung

Im Gegensatz zur privaten Haftpflichtversicherung, die eine freiwillige Versicherung ist, gibt  es bestimmte Umstände und Berufsgruppen, die der gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegen. Aus unserer Sicht ist auch eine private Haftpflicht ein absolutes Muss, um finanzielle Risiken zu vermeiden. Nutzen Sie dazu einfach und bequem unseren Haftpflichtversicherung Vergleich. Die gesetzliche Haftpflichtversicherung ist eine gesetzliche Vorschrift.

Gesetzliche Vorschriften zur HaftpflichtversicherungJetzt private Haftpflichtversicherung vergleichen

Gesetzliche Haftpflichtversicherung, eine Frage des Verschuldens!

Die grundlegenden gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen.

Welche Pflichtversicherungen kennt die gesetzliche Haftpflichtversicherung?

Welche Berufsgruppen unterliegen der gesetzlichen Haftpflichtversicherung?

Wann gilt die gesetzliche Haftpflichtversicherung auch für Privatpersonen?

Wichtige Unterschiede in der gesetzlichen Haftpflichtversicherung zur privaten Haftpflicht.

Grundlegende,  gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen laut Paragraph 823 BGB

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt Haftungsfragen bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden eindeutig im Paragraph 823 „Schadenersatzpflicht“. Laut Gesetz sind alle vorsätzlich oder fahrlässig verursachten Schäden, die einem Dritten zugefügt werden vom für den Schaden Verantwortlichen zu tragen und zu begleichen. Die Haftung bezieht sich auf das gesamte Vermögen, das zum Zeitpunkt des Schadens besteht und auch auf das Vermögen, welches in den nächsten Jahren und Monaten noch erwirtschaftet wird.

Verantwortung übernehmen muss jeder, der seine Sorgfaltspflicht schuldhaft verletzt hat oder aber auch jeder der aus Gefährdung haftet. Etwa der Besitzer eines Öltanks.

Gesetzliche Haftpflichtbestimmungen:

Verschuldens-Haftung

Jemand handelt schuldhaft, wenn er  vorsätzlich oder fahrlässig einen Schaden herbeiführt. Er haftet sowohl für aktive als auch unterlassenen Handlungen. Der Geschädigte muss dem Schädiger nachweisen, dass dieser ihm schuldhaft einen Schaden zugefügt hat.

Deliktfähigkeit

Kinder die Jünger als sieben Jahre alt sind, sind nicht deliktfähig, dies bedeutet sie können für ihr Handeln nicht zur Verantwortung gezogen werden. Ab 18 Jahren sind Personen voll deliktfähig.

Aufsichtspflicht

Wer über Minderjährige die Aufsichtspflicht hat, haftet unabhängig von der Deliktfähigkeit für jede Aufsichtspflicht Verletzung. Es gilt die umgekehrte Beweislast, was bedeutet, dass der Aufsichtspflichtige beweisen muss, dass er seine Pflicht nicht verletzt hat.

Gefährdungshaftung

Wer einen Nutzen aus besonders gefährlichen Dingen oder Handlungen zieht, ist auch ohne deliktisches Verhalten haftbar. Allein die Tatsache,  dass der Schadensersatzpflichige eine bestimmte Sache besitzt,  reicht zur Begründung der Schadenersatzpflicht aus. Dies trifft beispielsweise Tierhalter und Öltankbesitzer.

Schadenersatzpflicht

Der Schädiger muss möglichst genau den Zustand wiederherstellen, der vor dem Schaden bestanden hat. Schäden können Personenschäden, Sachschäden oder Vermögensschäden sein.

Die bekannteste gesetzliche Haftpflichtversicherung, die Kfz Haftpflichtversicherung

Der deutsche Gesetzgeber ist sich bewusst, dass von einem Personenkraftwagen erhebliche Risiken für andere Menschen und Dinge ausgehen. Die Kfz- Haftpflichtversicherung soll gewährleisten, dass jedem Geschädigten mit einem berechtigten Schadensersatzanspruch auch der ihm zustehende Schadensersatz gewährt werden kann. Dies auch in dem Fall, wenn der Fahrzeughalter nicht über die notwendigen finanziellen Mittel zur Zahlung des Schadens verfügt. Die Solidargemeinschaft der Kfz Haftpflichtbesitzer trägt dann diesen Schaden.

Dass die gesetzliche Haftpflichtversicherung im Fall des Autoverkehrs sehr sinnvoll ist, sagt uns alleine schon eine Zahl von zweieinhalb Millionen Verkehrsunfällen in Deutschland mit etwa 2 Millionen Sachschäden und 300.000 Personenschäden. Leider gibt es die gesetzliche Haftpflichtversicherung in dieser Ausprägung nicht in allen europäischen Ländern und so kommt es vor, dass Sie von einem fremden Pkw geschädigt werden, der über keinen oder nur geringen Haftpflichtschutz verfügt. Dann hilft Ihnen die Forderungsausfall Deckung in der Haftpflichtversicherung.

Das Führen eines Fahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung ist strafbar. Das wissen selbst schon Jugendliche, denn wenn sie Ihr Mofa frisieren erlischt die Betriebserlaubnis und es besteht kein Haftpflichtschutz mehr.

Diese Berufsgruppen unterliegen der gesetzlichen Haftpflichtversicherung

Neben Fahrzeugen hat der Gesetzgeber auch einige Berufsgruppen ausgemacht, die ein hohes Schadensersatz Risiko tragen, bzw. hohe Schäden unter anderem auch Personenschäden verursachen können und deshalb der gesetzlichen Haftpflichtversicherung unterliegen. Für die folgenden Personengruppen besteht die gesetzliche Vorschrift einer Haftpflichtversicherung und zwar der Berufshaftpflichtversicherung:

  • Hebammen
  • Ärzte
  • Apotheker
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • Rechtsanwälte
  • Notare
  • Makler
  • Versicherungsvermittler
  • Bewachungsunternehmen
  • Handel und Handwerk

Diese verschiedenen Berufsgruppen haben auch unterschiedliche Schwerpunkte in den Schadensrisiken. Bei Ärzten geht es primär um Personenschäden, während Versicherungsvermittler eher mit Vermögensschäden zu tun haben. Dies gilt auch für Steuerberater und Rechtsanwälte.

Auch Privatpersonen sind mit der gesetzlichen Haftpflichtversicherung konfrontiert

Dies ist immer dann der Fall, wenn sie damit beginnen ein sehr Schadens belastetes Hobby auszuüben. So besteht für Privatpersonen in den folgenden Fällen auch eine gesetzliche Haftpflicht Versicherungspflicht:

Jagd Haftpflichtversicherung

Ihre Jagdlizenz erhalten Sie nur, mit dem Nachweis der entsprechenden Jagd Haftpflichtversicherung! Diese Vorschrift hat auch ihre Begründung im Gebrauch von Schusswaffen.

Hundehalter Haftpflichtversicherung

In vielen Bundesländern ist der Nachweis einer Hundehalter Haftpflicht vorgeschrieben, denn die lebhaften Tiere stellen nun mal ein erhöhtes Schadenrisiko dar. Gerade wenn sie noch klein und verspielt sind, ist es mit Aufsicht und Folgsamkeit nicht so weit her.

Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung unterscheidet sich von der privaten Haftpflicht

Dies in einem ganz wesentlichen Punkt! Das Versicherungsunternehmen muss in einem Schadensfall in jedem Fall eine berechtigte Schadensersatzforderung bedienen, auch wenn der Versicherungsnehmer im Zahlungsverzug ist und eigentlich kein Versicherungsschutz mehr besteht. Dies dient zum Schutz der Ansprüche der Geschädigten.