Gefälligkeitsschäden

Wenn Sie jemandem ohne Entgelt helfen und bei dieser Tätigkeit ein Schaden entsteht, handelt es sich um einen Gefälligkeitsschaden. Solche Gefälligkeitsschäden sind von Ihrer privaten Haftpflichtversicherung nur dann gedeckt, wenn Sie laut Versicherungsbedingungen auch mitversichert sind! Die Testsieger im Privathaftpflichtversicherung Test 2017 schließen Gefälligkeitsschäden mit ein!

 

GefälligkeitsschädenJetzt private Haftpflichtversicherung vergleichen

Gefälligkeitsschäden, wenn Freundschaft zum finanziellen Risiko wird

Wer kennt sie nicht die Frage, kannst Du uns beim Umzug helfen? Natürlich hilft man guten Freunden und wenn dabei eine Vase zu Bruch geht oder eine Schranktür Kratzer abbekommt, spricht man von einem Gefälligkeitsschaden. Wir wollen, dass die beste Haftpflichtversicherung Ihnen hilft Ihre Freundschaft zu bewahren und erst gar keine Streitigkeiten über Kosten und Schadensersatz aufkommen zu lassen. Wir wissen alle, beim Geld hört die Freundschaft auf!

Infografik Gefälligkeitsschäden im Überblick

Wie werden Gefälligkeitsschäden definiert?

Bin ich für Gefälligkeitsschäden überhaupt haftbar?

Zahlt meine private Haftpflichtversicherung für Gefälligkeitsschäden?

Was muss ich bei einem Gefälligkeitsschaden im Schadensfall tun?

Was ist ein stillschweigender Haftungsverzicht?

So definieren sich Gefälligkeitsschäden

Immer dann wenn ein Freund, ein Bekannter oder auch eine fremde Person darum bittet ihm einen Gefallen zu tun oder bei einer Tätigkeit zu helfen, ist dies eine Gefälligkeit. Dies gesetzt den Fall, dass die folgenden Bedingungen zutreffen:

Freiwilligkeit

Sie bieten die Hilfe von sich aus an oder sind darum gebeten worden.

Keine finanzielle Gegenleistung

Sie erhalten für ihren Gefallen und Ihre Hilfe keinerlei Bezahlung und auch sonst keine monetäre Gegenleistung. Die Verpflegung beim Umzug oder das Baustellen Bier sind natürlich erlaubt.

Von der Definition der Gefälligkeitsschäden zu Beispielen, die Ihnen ein wenig deutlicher machen worum es bei einem Gefälligkeitsschaden geht.

Ein immer wieder gern genommenes Beispiel ist es beim Umzug zu helfen und Möbel oder Umzugskartons in die neue Wohnung zu tragen. Aus eigener Erfahrung wissen Sie, dass dabei sehr schnell etwas zu Bruch gehen kann. Mit der Zeit erschöpft einen die ungewohnte, körperliche Tätigkeit und der Karton mit der Aufschrift „Gläser“ rutscht aus den Händen. Oder das Sofa wird irgendwann einfach zu schwer und knallt wird auf das frische Parkett der neuen Wohnung. Wenn Sie hier unentgeltlich tätig waren und es zu einem Schaden kommt, ist dies ein typischer Gefälligkeitsschaden.

Aber Gefälligkeiten werden nicht nur bei einem Umzug erbeten, sondern es sind auch die ganz einfachen, unspektakulären Dinge des Lebens, wie das Blumengießen während des Urlaubs für ihren Nachbarn. Entsteht dabei ein Schaden am Mobiliar, als sie aus Versehen an der Blumenvase hängen geblieben sind, so zählt dies ebenfalls zu den Gefälligkeitsschäden.

Gefälligkeitsschäden können auch mit völlig unbekannten Personen entstehen. Wenn Sie beispielsweise der älteren Dame auf dem Supermarkt Parkplatz die schweren Einkäufe in ihr Auto heben und dabei versehentlich die Innenverkleidung zerkratzen, sind Sie Schadensersatz pflichtig.

Wird der Umzug hingegen von einem professionellen Umzugsunternehmen durchgeführt, handelt es sich um keinen Gefälligkeitsschaden, denn es liegt eine Entgeltzahlung vor. Wenn dann ein Umzugspacker einen Sachschaden verursacht, haftet er über seine Berufshaftpflichtversicherung.

Für Gefälligkeitsschäden sind Sie nicht unmittelbar haftbar

Grundsätzlich sind Sie nach Paragraph 823 BGB für Personenschäden und Sachschäden, die Sie fremden Personen zufügen haftbar und müssen für den entsprechenden Schadensersatz finanziell aufkommen. Bei einer Gefälligkeit jedoch ist die Haftung zwischen den Parteien beschränkt, da beide Seiten wissen, dass es sich um eine Gefälligkeit handelt. Gerichtlich ist entschieden, dass der Verursacher bei einem Freundschaftsdienst nicht für den Schaden haften muss, insofern nur leichte Fahrlässigkeit vorliegt. Fast alle Gefälligkeitsschäden werden durch leichte Fahrlässigkeit verursacht. Nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz wären Sie haftbar.

Da also kein Haftungsanspruch besteht, muss ihre Privathaftpflicht bei Gefälligkeitsschäden auch nicht leisten. Da sie jedoch eine gute Freundschaft sicherlich nicht wegen einer zerbrochenen Vase aufs Spiel setzen wollen, ist es grundsätzlich wichtig, dass in Ihrer privaten Haftpflichtversicherung Gefälligkeitsschäden mitversichert sind. Dies ist oftmals bei älteren Tarifen nicht der Fall, deshalb empfehlen wir die Haftpflichtversicherung mindestens alle fünf Jahre zu wechseln und Gefälligkeitsschäden in jedem Fall mit einzuschließen!

Die private Haftpflichtversicherung zahlt bei Gefälligkeitsschäden

Immer nur dann, wenn diese auch in die Leistungen eingeschlossen und mitversichert sind. Wählen Sie deshalb immer Haftpflichtschutz mit eingeschlossenen Gefälligkeitsschäden! Dann wird in jedem Fall bei einem Sachschaden Schadensersatz in Höhe des Zeitwerts für die beschädigte Sache geleistet. Der Zeitwert berechnet sich aus dem Neuwert abzüglich der Abnutzung je nach Alter der beschädigten Sache. Wir empfehlen Ihnen auch eine Haftpflicht ohne Selbstbeteiligung zu wählen, damit kleine Gefälligkeitsschäden am Ende nicht doch aus eigener Tasche zu bezahlen sind.

Für Gefälligkeitsschäden steht immer nur bestimmte Deckungssummen bereit, die geringer ist als die pauschale Deckungssumme in Ihrem Haftpflichtvertrag. Für Gefälligkeitsschäden sollte im Minimum eine Deckungssumme von 20.000,- € bereitstehen. Denn der Spruch beim Geld hört die Freundschaft auf, gilt insbesondere für Gefälligkeitsschäden. Wählen Sie deshalb die Deckungssumme entsprechend hoch!

So verhalten Sie sich richtig bei einem Gefälligkeitsschadensfall

Gefälligkeitsschäden werden von der Haftpflichtversicherung sehr genau unter die Lupe genommen, denn es wird oftmals Missbrauch unterstellt. Warum ist das so? Der Schadensersatz Anspruchsteller und der Verursacher sind ja freundschaftlich miteinander verbunden, deshalb herrscht von Haus aus ein latenter Missbrauchsverdacht. Die Beweislast dafür hat natürlich die Haftpflichtversicherung.

Ein Hinweis von unserer Seite, Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Kann der Missbrauchsverdacht bei einem Gefälligkeitsschaden erwiesen werden, ist die Versicherung nicht nur leistungsfrei, sondern dies zieht  strafrechtliche Konsequenzen aus Versicherungsbetrug nach sich. Sie gelten dann als vorbestraft.

Versicherungen berufen sich gerne auf den stillschweigenden Haftungsverzicht

Viele Versicherer berufen sich bei Gefälligkeitsschäden auf die so genannte Gefälligkeitshaftung mit stillschweigend vereinbartem Haftungsverzicht bei einem Gefälligkeitsdienst. Laut neuestem Gerichtsurteil ist jedoch diese stillschweigende Haftungsbeschränkung ungültig, wenn der Schädiger durch eine private Haftpflichtversicherung abgesichert ist. Eine Haftungsbeschränkung, die nicht den Schädiger, sondern nur seine Haftpflichtversicherung entlastet, entspricht nicht dem Willen der Beteiligten und ist deshalb nicht statthaft.

Auslöser für dieses Urteil war der Fall eines Nachbarn, der es übernommen hatte während des Kuraufenthaltes des Geschädigten dessen Haus zu versorgen und den Garten zu bewässern. Bei dieser Tätigkeit kam ist zu einem Wasserschaden, den die Versicherung wegen stillschweigender Haftungsbeschränkung nicht regulieren wollte. Besteht einer Haftpflichtversicherung unterliegen Gefälligkeiten des täglichen Lebens auch der Haftung.

Wer sich und seine Haftpflichtversicherung bei Gefälligkeitsdiensten gegen Schadensersatzansprüche absichern will, muss von vornherein schriftlich einen Haftungsausschluss vereinbaren. Konkret bedeutet das: bevor sie einem Freund beim Umzug helfen, lassen Sie ihn unterschreiben, dass sämtliche Schäden, die Sie dabei verursachen von einer Haftung ausgeschlossen sind. Achtung dies entbindet Sie aber noch lange nicht von Schadensersatzansprüchen Dritter, die bei Ihrer Gefälligkeit  zu Schaden kommen. Beschädigen sie beispielsweise den Mietwagen, der für den Umzug geliehen wurde, sind Sie wiederum gegenüber dem Autovermieter schadensersatzpflichtig. So ist in jedem Fall eine private Haftpflichtversicherung die beste Lösung und unseren Privathaftpflicht Vergleich wert!